Die St. Josef-Schule in Kalcutta/Indien 2020
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Hilfe für die Ärmsten der Armen, die Kinder und deren Familien, in einem der ärmsten Slums in Kalkutta



Liebe Freunde der Slumschule in Kalkutta,
leider kann ich dieses Jahr nicht sagen, dass es mir eine grosse Freude ist, über die Entwicklung zu berichten. Die Pandemie Covid 19 und deren Folgen, sowie im Mai 2020 die Auswirkungen des schwersten Zyclon seit 20 Jahren sind grausam. Den bereits einmal verschobenen Flug im April auf Ende September, konnte ich erneut nicht antreten. Indien hat alle kommerziellen Flugverbindungen bis auf weiteres ausgesetzt und die Gültigkeit der Visa ausser Kraft gesetzt. Dies nun schon seit knapp 8 Monaten. Habe täglich tel. Kontakt nach Calcutta und auch über andere Medien, sodass immer eine gute Betreuung der Schulleitung vor Ort möglich ist. In Indien ist die Lage extrem bedrückend. Über 7.7 Millionen Inderinnen und Inder haben sich offiziell mit Covid-19 angesteckt und täglich infizieren sich zig-tausende neu. Die Dunkelziffer ist hier nicht aufgeführt! Schon vor der massiven Ausbreitung des Corona-Virus in Calcutta war die Situation für die vielen Bewohner der Slums dramatisch. Die Bevölkerung, wie auch die Eltern unserer Schulkinder lebt dicht gedrängt, ohne Anschluss an Elektrizität, Trinkwasser und Müllentsorgung. Viele Menschen sind stark unterernährt und leiden an Tuberkulose oder anderen Erkrankungen. Nun nimmt dort eine humanitäre Katastrophe ihren Lauf, deren Ende noch nicht absehbar ist, Hungersnot und Hungertod sind die Folge. Die Folgen der staatlich verhängten Ausgangssperre, was die Ausbreitung des Virus verhindern sollte, hat Millionen Tagelöhner in existenzielle Not gebracht. In dieser schlimmen Situation hat im Mai auch noch Zyklon Amphan ganze Landstriche unter Wasser gesetzt, Ernten vernichtet und 110.000 Unterkünfte in Westbengalen zerstört.

Wir helfen aktuell mit Nahrungsmittelpaketen – ohne die Hilfe können unsere Schulkinder und deren Familien nicht überleben und die bisher ermöglichte Schulbildung würde keine Früchte hervorbringen



«Bildung ist der sicherste und kürzeste Weg aus der Armut»(M.Pohl)

Die Schulkinder kommen jede Woche mit einem Elternteil zu ihren Fachlehren, um dort die Wochenhausaufgaben und Korrekturen zu besprechen. Hier können Sie die Lehrerin Ragini sehen, welche die Mutter und deren Kinder empfängt



Abertausende Familien, wie auch unsere 217 Familien der Schule, die sonst sprichwörtlich von der Hand in den Mund leben, sind seit Monaten ohne Einkommen, und sie dürfen ihre ärmlichen Behausungen kaum verlassen. „Bevor wir an Covid-19 sterben, sterben wir an Hunger“, sagen die Menschen. Diesem Szenario versuchen wir mit einem umfassenden Nothilfeprogramm vorzubeugen. Wir verteilen Essensrationen an die Familien der Schule und darüber hinaus.

Viele Slumbewohner haben durch die Ausgangssperre ihre Jobs verloren und wissen nicht, wie sie sich und ihre Familien ernähren sollen. Aktuell geben wir im Monat 1.200 Lebensmittelpakete aus. Dafür benötigen wir pro Lebensmittelpaket ca. 5 Euro, oder 5.50 SFR.



Zuletzt war ich im November 2019 in Kalkutta vor Ort und dies bereits zum 30.Mal. Wir freuen uns alle sehr, dass die Schule nun schon seit 24 Jahren besteht und vielen Kindern die Möglichkeit für eine menschenwürdigere Zukunft bietet. Ohne Eure Hilfe wäre dies nie möglich geworden. Jedes Mal bin ich aufs Neue erschüttert und oft fliessen viele Tränen bei dem Leid, welches man sieht und erfahren muss. In vielen Fällen können wir unermessliches Leid lindern und dank Euch sehr konkret helfen. Dieses Jahr konnte sehr viel Hilfe auf den Weg gebracht werden. Durch eine Vielzahl von Spenden in der Schweiz und in Deutschland werden bis 31.03.2021 190.000 SFR (170.000 Euro) für die Ärmsten der Armen eingesetzt. Die Fixkosten für den Schulbetrieb liegen bei 97.000 SFR (88.000 Euro) für ein Jahr.

Zusätzlich haben wir dieses Jahr noch weitere 28.000 SFR (25.000 Euro) in einmalige Hilfen für die Ärmsten der Armen ermöglichen können. Zum einen für dringend notwendige Unterstützung in der Behandlung von Tuberkulose der Schulkinder und deren Eltern, sowie für Nothilfe nach dem seit 20 Jahren schwersten Zyclon (Amphan), welcher mehr als 110.000 Häuser in Westbengalen zerstörte. Habe nachfolgendes Bild aus einem Video herausgeschnitten, welches Joseph, der Mann der Schulleiterin Priti machte, beim Durchgehen! durch den Slum.



In mehreren Hütten wurde eine Bodenplatte aus Beton gegossen. Dies bedeutet für diese Familien eine grosse Lebensqualitätsverbesserung, obwohl die Räumlichkeiten immer noch sehr primitiv sind. So wird verhindert, dass im Monsun, welcher drei Monate dauert, nicht Urin, Stuhlgang und Abfall in die Hütte gespült wird. Des Weiteren haben wir nach dem Zyclon sehr viele Hütten mit neuen Planen bestückt. Diese konkreten Hilfen sind sehr nützlich für die Armen, damit sie weniger krank sind und infolge von Krankheit sterben.

Ein weiterer grosser Teil, ca. 65.000 SFR (57.000 Euro) ergibt sich infolge der Pandemie hinsichtlich der Lebensmittelhilfe, wofür wir im laufenden Geschäftsjahr, welches in Indien immer bis Ende März geht, ausgeben. In Indien haben aktuell 800 Millionen Menschen nicht genug Nahrung und leiden Hunger. Die Regierung ist nicht untätig, jedoch bis anhin nur in der Lage 250 Millionen Menschen zu erreichen.

Dank der letztjährigen Radio Munot Weihnachtsaktion in Schaffhausen vom 10.12.- 26.12.19, welche ein sensationelles Spendenergebnis von 81.468 SFR brachte, haben wir es nun gewagt, JOSMAR zu gründen.



Unser Ziel ist es, mit dem Schneidergeschäft in den kommenden drei Jahren soweit zu sein, dass wir ca. 20% des Schulbetriebes über die eigene Schneiderproduktion erwirtschaften und nur noch 80% über Spenden. Das ist eine Investition in die Nachhaltigkeit dieses wunderbaren Projektes dank aller Spender von Radio Munot. Wir haben es uns zur Verpflichtung gemacht, nur diesen einmaligen Betrag von Radio Munot dafür zu verwenden, um dies zum Laufen zu bringen. Natürlich ist es sehr schwer während der Pandemie, die niemand erahnen konnte, und viele sehr hart trifft, das Geschäft zum Blühen zu bringen. Trotz aller Widrigkeiten sind wir sehr zuversichtlich, dass wir nun -zeitlich verzögert-, bald in der Lage sind, die ersten Umsätze zu erzielen.

So sah ein Teil des Schneiderateliers vor wenigen Monaten aus.





So sieht das Atelier z. Zeit aus. Hier können wir schon behelfsmässig arbeiten. Infolge des langen Lockdown von drei Monaten haben sich die Arbeiten verzögert.





Hier können Sie unsere beiden Designerinnen Afreen und Ritu sehen. Ich freue mich sehr, dass auch ehemalige StudentInnen der Nähschule hier einen guten Arbeitsplatz haben ohne Ausbeutung!

Bisher wurden 24 Entwürfe gemacht. In wenigen Wochen gehen bestimmte Modelle in Serie. Aufgrund der Pandemie warten wir noch etwas ab, bis wir die Mode in Kalkutta auf den Markt bringen. Die Damenmode, welche hier produziert wird ist hochwertig. Es macht uns sehr glücklich, dass ehemalige Studentinnen der Nähschule hier mitwirken können auf diesem hohen Niveau.







Mit dem wunderschönen Bild unserer stolzen Schulkinder, welche euch unendlich dankbar sind, für die Bildung, welche Ihnen helfen wird ein menschenwürdiges Leben zu leben, und dem Bild des Lehrerkollegiums nehme ich Euch alle herzlich in die Arme. Zum Schluss bleibt die Hoffnung, dass die Schule, welche nun schon seit 8 Monaten für den Präsenzunterricht geschlossen ist, wie alle Schulen in Indien, bald wieder öffnen kann. Das Ziel ist es, am 12.4.21 nach Calcutta zu fliegen.

Ich wünsche Euch nun einen besinnlichen Advent, gnadenreiche Weihnacht und Gottes Segen für das neue Jahr 2021 bei guter Gesundheit


Gerne gebe ich euch in diesem PDF noch einen Einblick in die Ausgaben des Jahres 2020:
zu den Ausgaben 2020


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