Die St. Josef-Schule in Calcutta/Indien 2009

Hilfe für die Ärmsten der Armen, die Kinder und deren Familien, in einem der ärmsten Slums in Kalkutta



Liebe Freunde der Slumschule in Calcutta,
Ich freue mich sehr. euch die neuesten Eindrucke aus Calcutta mitzuteilen. Im April diesen Jahres war ich das 18. Mal in Calcutta. Von dieser Zeit möchte ich euch gerne berichten, damit ihr seht und in eurem Herzen begreift, wie viel Freude und Hoffnung auf ein Leben in Würde ihr geschenkt habt.
Auch bei unserem kleinen Schulprojekt kommt der Leitsatz Mutter Teresas immer wieder neu zu tragen: „Wir wissen wir sind nur ein Tropfen im Ozean der Armut, wäre dieser aber nicht da, wurde man ihn vermissen.“ (Mutter Teresa).
Leider hat sich die Lebenssituation für die Ärmsten der Armen in unserem Slumgebiet gegenüber letztem Jahr nochmals sehr erschwert. Die Lebensmittelpreise sind bis Oktober diesen Jahres erneut um 20% gestiegen gegenüber dem Vorjahr. Ein Kilo Reis kostet mittlerweile 40-50 Cent/kg. Ein Kilo Kartoffeln ist teurer als in Deutschland und 1 Liter Öl, der alle 10 Tage zum Befüllen der kleinen Kochgeräte zu benötigt wird, kostet mehr als 1,30 Euro. Was uns vielleicht weniger stark treffen mag, ist für die Armen nicht mehr erträglich. Wir benötigen in der Schule für die Nahrung der Kinder und die Familienhilfe für 47 sehr, sehr arme Familien im Jahr 6 Tonnen Reis. Die Armen brauchen momentan 100% ihres Gehaltes von ca. 20 Euro im Monat, um Nahrung zu kaufen. Selbst das reicht nicht aus um 3 mal am Tag zu essen. Unvorstellbares Leid und grosse Not gilt es im Kleinen ganz konkret zu lindern. Ich bin deshalb sehr glücklich und allen Freunden der Schule sehr dankbar, dass wir in diesem Jahr 10 Familien mehr helfen konnten, als im Vorjahr. Ich freue mich auch sehr darüber. dass mittlerweile 48 Schulkinder auf fortführenden Schulen sind. Das sind deutlich mehr als noch im Vorjahr. Für sie übernehmen wir die Schulgebühren, bezahlen die Lehrbücher, die Schuluniformen. das Transportmittel und alles Nötige. In der Schule haben momentan 2 Kinder Tuberkulose. Wir arbeiten hier mit Ordensbrüdern zusammen, die eine TB-Strassenklinik bei der St-Thomas-Kirche in Calcutta unterhalten. Wir freuen uns, dass den Kindern gezielt geholfen wird. Natürlich ist es für die kranken Kinder besonders wichtig, dass sie gut ernährt werden und für die gesunden Kinder ist die gute Nahrung ein wichtiger Meilenstein, weniger zu erkranken. Aus diesem Grund unternehmen wir alles, was in unseren Möglichkeiten steht, den verbesserten Ernährungszustand der Kinder zu erhalten. Durch die verbesserte Nahrung sind die Kinder gesunder geworden, sind weniger krank und können besser in der Schule lernen, Auch in diesem Jahr ist das grösste Problem: Die Nahrung für jeden Tag zu gewährleisten.

Auf dem Titelbild sehen sie ein 8-jahriges Mädchen, welches vor einem Jahr noch an Tuberkulose litt. Das Mädchen heisst Reesma Parveen. Dank ihrer Hilfe ist das Mädchen wieder vollends genesen. Im April diesen Jahres liessen wir sie im Calcutta-Research Hospital nochmals untersuchen. Das Ergebnis freute uns alle sehr. Reesma ist wieder gesund.
Ich kann ihnen gar nicht sagen, welche Freude in der Slumhütte herrschte. Wenn sie nur erahnen könnten, wie viel Liebe und Freude sie in das Leben dieser Familie zurückgebracht haben, würden sie vor Freude weinen.

Wir haben dieses Jahr mit unserer Grundschule an einem Malwettbewerb der Grundschulen in Howrah teilgenommen. Dort leben 2 Millionen Menschen. Ein Schulmädchen der dritten Klasse hat bei diesem Wettbewerb den ersten Platz erreicht. Sie ist dieTochter einer Bettlerin. Sie leben auch in einer Slumhütte. Hier sieht man sehr gut, was den Armen fehlt. Ihnen fehlt es, dass wir ihnen die Möglichkeit schenken ihren Verstand zu entfalten und zu entwickeln. Durch all eure Hilfe haben viele Kinder die Möglichkeit durch die Bildung später ein menschenwürdigeres Leben zu führen. Wir freuen uns, dass 4 Nähschulmädchen, die auch bei uns in der Grundschule waren, nun erfolgreich eine Krankenschwesterausbildung abschliessen durften. Sie leben nun nicht mehr im Slum, sondern in einer 2-Zimmer-Wohnung in Calcutta. Das ist doch wunderbar.

Uns ist es allen ein grosses Anliegen, die Schulkinder nachhaltig begleiten zu können, Unser Ziel ist es, so viele Kinder wie nur möglich nach Beendigung der Grundschule über Stipendien in fortführende Schulen zu senden. Neben all diesen Bemühungen, sind wir auch bestrebt die medizinische Grundversorgung für die Familien und deren Kinder zu verbessern.
Momentan werden alle Kinder mindestens einmal im Jahr von einem Arzt grundlegend untersucht. Alle daraus resultierenden Kosten der Diagnostik und Behandlung trägt die Schule durch ihre Opfer. Wenn die Kinder unter dem Jahr erkranken, unternehmen wir alles, um den Kindern die ärztliche Versorgung zu ermöglichen.

Ich möchte euch nun auf den nächsten Seiten gerne einige Bilder der Schule zeigen und an dieser Stelle euch alle in den Arm nehmen von den Kindern und den Lehrern. Ohne eure Hilfe wären viele Tränen nicht getrocknet worden. Tränen haben sich vielfach in ein Lachen verwandelt und in Hoffnung dank eurer Liebe und eurer Opfer. Vielen Dank an all diejenigen, die zu diesem kleinen, jedoch wunderbaren Werk beitragen.




Schulkinder in unserer kleinen Aula warten beim Schulfest auf die Aufführung eines kleinen Theaterstücks. Insgesamt haben wir 6 Klassenzimmer und es werden dort 140 Kinder unterrichtet. 80 Grundschüler und 60 Nähschülerinnen.




Das tägliche Essen schätzen die Kinder sehr. Die Nahrung ist sehr vielseitig. Die Kinder erhalten alle 2 Tage ein Ei, alle 2 Tage ein Glas Milch und täglich ein Stück Obst. Neu seit letztem Jahr ist es auch, dass die Kinder ein kleines einfaches Frühstück bekommen, weil viele zu Hause nichts haben.




Diese ältere Frau wäre wie viele unserer 47 Familien, die wir wöchentlich mit Essensrationen von ca. 3 kg Reis, 1kg Dall (Linsen), 6 Eiern, Seife und hin und wieder Öl zum Kochen versorgen, schon längst gestorben.




Hier sieht man Veronica, unsere Schulleitung im Slum bei einem Hausbesuch.




Hier besprechen wir mit einer Mutter die konkrete Hilfe.




Die Schulleiterin Veronika und ich sind sehr glücklich und allen Freunden der Armen sehr dankbar, dass ihr uns helft zu helfen. Veronika ist von ganzem Herzen für die Armen da. Wir arbeiten nun bald 14 Jahre gemeinsam für die uns anvertrauten und von tiefem Leid gezeichneten Menschen.




Die hygienischen Verhältnisse im Slum sind sehr schwierig und unvorstellbar.



Mit diesem sehr schönen Bild der Schulkinder 2009 möchte ich mich von euch verabschieden und euch allen von Herzen danken. Es ist schön, dass ihr über all die Jahre dieses sinnvolle Projekt unterstützt. Ich freue mich schon jetzt darauf, auch im nächsten Jahr wieder für unser Projekt, die St.Josef-Schule nach Calcutta zu gehen. Ich fliege am 21.04.2010.
Nun möchte ich euch allen einen besinnlichen Advent wünschen, gnadenreiche Weihnacht und Gottes Segen für das Neue Jahr 2010.

Familie Marcus Pohl
In den Linden 15
D-78359 Orsingen
Telefon: 07774/922897(ab 20.00h-22.00h)
E-Mail: Pohl-Marcus@web.de

P.S. Fur alle die es interessiert, möchte ich auch noch mitteilen, dass wir im Dezember den 22. Hilfstransport zu den Ordensschwestem von Mutter Teresa nach Calcutta senden mit hochwertigen Medikamenten und medizinischen Vorräten.

Stand November 2009


Gerne gebe ich euch in diesem PDF noch einen Einblick in die Ausgaben des Jahres 2009: zu den Ausgaben 2009